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10.10.2019

OXFAM-Studie: Die OTG nimmt Stellung

Nachhaltiges Handeln ist für die OTG als Familienunternehmen untrennbar mit einer verantwortungsvollen Unternehmensführung verbunden. Wir sind uns daher der Probleme in Assam und unserer Verantwortung bewusst. Die Teeindustrie in Assam hat mit vielen sozialen und ökologischen Problemen zu kämpfen, die historisch tief verankert und auch politisch sehr schwer zu lösen sind. Auch unser Einfluss auf die Lebens- und Arbeitsbedingungen vor Ort ist sehr begrenzt, einmal, weil die OTG zu den kleinsten Akteuren in Assam zählt und zum anderen, weil die Gegebenheiten vor Ort dies nur begrenzt zulassen. Um dennoch die Entwicklung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in Assam nachhaltig zu verbessern, arbeitet die OTG seit Jahren mit unterschiedlichen Kooperationspartnern zusammen. Dazu zählen nicht nur Zertifizierer wie UTZ, sondern auch NGOs wie ETP (Ethical Tea Partnership) und konkrete Projektpartner.

Zur Verdeutlichung des OTG-Anteils: Von der Gesamtproduktionsmenge von 690.000 Tonnen Tee aus Assam wird lediglich 20 Prozent in die Welt exportiert. Die OTG kauft davon im Jahr etwa 400 Tonnen, das ist ein Anteil von weniger als 0,3 Prozent der exportieren Menge.

Zu den Lebensbedingungen vor Ort: Die indische Teeindustrie hat einen langjährigen Lohnfindungsprozess, an dem die Verbände, Regierungen und Gewerkschaften der indischen Teeproduzenten beteiligt sind. Indien hat den höchsten Anteil an Sachleistungen in seinem Lohn- und Leistungspaket, von denen viele von der Regierung oder dem PLA (Plantation Label Act) vorgeschrieben werden. Einerseits sind die ausgezahlten Barlöhne in Assam sehr niedrig. Andererseits erhalten aber alle Teearbeiter in einer Region unabhängig von der Rentabilität oder Zertifizierung des Teegartens den gleichen Lohn. Kurz gesagt, während viele Audits zeigen, dass Teeproduzenten gesetzlich vorgeschriebene Mindestlöhne zahlen, bleibt die Frage, ob die Löhne in einigen Teeanbaugemeinden, einschließlich Assam, die Bedürfnisse der Arbeiter und ihrer Familien decken. Die Erhöhung der Löhne der Arbeitnehmer ist somit ein wichtiges Anliegen. Hierfür besteht jedoch die Notwendigkeit einer grundlegenden Reform des Lohn- und Sozialleistungssystems in Indien. Wir können diesen Prozess unterstützen und sind deshalb 2012 als erstes großes Unternehmen der deutschen Teewirtschaft der Ethical Tea Partnership (ETP) beigetreten. Die ETP ist eine NGO, die 1997 mit dem Ziel gegründet wurde, Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Lieferkette der Teeindustrie zu verbessern. So tragen wir hier finanziell dazu bei, Verbesserungen herbeizuführen.

Zu den Arbeitsbedingungen vor Ort: Grundsätzlich gibt die OTG ihren Lieferanten klare Richtlinien zur Einhaltung sozialer und ökologischer Standards vor. Unser Code of Conduct schreibt die Zahlung von existenzsichernden Löhnen vor. Um die Einhaltung des Verhaltenskodex sicherzustellen, müssen schriftliche Zusicherungen (Unterschrift Code of Conduct) gegeben werden. Unter anderem wird von unseren Lieferanten eine Ausstattung mit funktionstüchtigem Arbeitsgerät und Schutzkleidung gefordert. Es werden auch Trainings zum Tragen von Schutzkleidung durchgeführt, aber immer wieder führen Klima und Hitze zur Nichtbeachtung. Wir setzen uns für Schulungen in Unfallvermeidung und im sicheren Umgang mit Düngemitteln und Pflanzenschutzmitteln ein. Wir kontrollieren die Arbeitsbedingungen und unterstützen durch eigene Audits unsere Kooperationspartner vor Ort. Wir arbeiten hier mit UTZ zusammen, weil sie unabhängig sowie vor Ort anerkannt sind und Einfluss nehmen können. Sie kontrollieren Anbauer und Plantagen und unterstützen bei der Lösung der Probleme. Unser Tee aus Assam ist zu 100 Prozent UTZ-zertifiziert.

Bei all unseren Maßnahmen kann es keine lückenlosen Kontrollen geben, ein Audit oder auch ein Besuch ist immer nur eine Zeitpunktbetrachtung und beruht auf Stichproben. Dennoch halten wir es nicht für richtig, sich aus dem Ursprung zurückzuziehen, weil dann der Einfluss von außen, der dringend nötig ist, aufgegeben wird.

Zu zusätzlichen Projekten vor Ort: Über die Zertifizierungen hinaus engagieren wir uns in Assam über konkrete Projekte. Unser übergeordnetes Ziel hierbei ist die Hilfe zur Selbsthilfe für eine nachhaltige Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in Assam. Zusammen mit der ETP und UNICEF setzen wir uns deshalb seit 2014 dafür ein, die Lebensumstände von Mädchen in Assam zu verbessern. Besonders Kinder, die von Armut, Gewalt und Ausbeutung betroffen sind, sollen von dieser Initiative profitieren. Bis heute konnten mehr als 35.000 Mädchen unterstützt werden, Fertigkeiten wie Kommunikationsfähigkeit und Verhandlungsgeschick zu festigen. In einem zweiten Schritt wurde das Programm auf Themen wie männliche Jugendliche, Bildung, Gesundheit, Ernährung und Hygiene ausgeweitet. Zudem wurde der Dialog mit Länder- und Bezirksregierungen aufgenommen, um die Situation von Frauen und Kindern unnachgiebig und langfristig positiv zu beeinflussen.

10. Oktober 2019

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